Diskografie

 

Tages- und Jahreszeiten
Improvisationen über Volks- und Kinderlieder an Sechs Essener Orgeln.

Eine Edition der Allfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen

Im alten Stil Werke von Corette und Hoyer

Dem kleinen Bonner Label Mitra gelingt es immer wieder, ausgefallene, zu Unrecht ins Abseits gerutschte Werke aufzutun und in hervorragender Klangqualität vorzustellen. So hat das Berliner Mozartorchester aus Mitgliedern der großen Berliner Orchester gemeinsam mit dem Organisten Roland Maria Stangier unter der zugkräftigen Leitung von Christian Höppner Werke von Michael Corette, Karl Hoyer und Wolfgang Amadeus Mozart eingespielt. Die eigentlichen Perlen sind Corette und Hoyer; man fragt sich, was die allseits bekannte Haffner-Sinfonie dazu geführt hat - vielleicht eine Reverenz an den Namensgeber des Ensembles? Reizvoller und stimmiger wäre ein drittes fremdes Juwel gewesen. Das Concertino d-Moll op. 26 Nr. 6 für Orgel und Komponisten Michel Correte (1709 bis 1795) orientiert sich in seiner Dreisätzigkeit ganz an Vivaldi und Corelli, vermittelt aber in der dialogischen Solo-Tutti-Anlage bereits den aufkommenden klassischen Stil. Stangier hat als Instrument hierfür die sehr transparent und obertonreich keck intonierte Flentrop-Orgel der evangelisch-altreformierten Kirche Emlichheim ausgewählt, die messerscharf die klaren Strukturen und Linien des Stücks hörbar und Corettes Musik im Sinne historischer Aufführungspraxis zusammen mit einer frischen, leichten Orchesterartikulation lebendig macht. Von ganz anderem Stil geprägt ist das aparte Concertino G-Dur "im alten Stil" op. 20 für Orgel und Streichorchester des Leipziger Orgeldozenten Karl Hoyer (1891 bis 1936), Schüler von Max Reger und Karl Straube. Hoyer, der mehr als fünfundsechzig spätromantisch-inspirierte Werke vor allem für Orgel, aber auch für Instrumente und Gesang schuf, ist heute fast völlig vergessen. Dabei besticht das auf dieser CD erstmals eingespielte Stück durch seinen emphatischen , weichen, sanglichen Grundklang, seine anmutigen Soli (etwa im ersten Satz, Allegretto grazioso) und dahinschmelzenden Dialoge (zwischen Orgel und erster Violine im zweiten Satz, Adagio). Die romantisch ausgerichtete Orgel der Firma Mönch in der katholischen Pfarrkirche HErz Jesu zu Essen-Burgaltendorf unterstreicht den spätromantischen Gestus mit impressionistischen Anklängen durch vielfältige Flöten- und Streicherregistrierungen bis hin zum großflächigen Plenum. (Quelle: FAZ, 12.3.99) Michael Corette, Concerto d-Moll op. 26 Nr. 6 für Orgel und Streicher. Karl Hoyer, Concertino G-Dur "im alten Stil" op. 20 für Orgel und Streichorchester. Wolfgang Amadeus Mozart, Haffner-Sinfonie D-Dur KV 385. Roland Maria Stangier (Orgel); Berliner Mozartorchester, Christian Höppner. Mitra CD 16309 Mitra Schallplatten Kurfürstenstr. 65, 53115 Bonn

Mitra Schallplatten Kurfürstenstr. 65 53115 Bonn
Hört der Engel helle Lieder

CD-Info: Kammerchor der St. Andreas-Kantorei unter der Leitung von Bernhard Römer: “ Hört der Engel helle Lieder“. Hänssler Classic CD 98.431

Wie Zusammenstellung und Ausführung der Lieder zeugen auch die sieben Orgelwerke der CD von einer sehr persönlichen Handschrift. Die Beckerath-Orgel der Hildesheimer Andreaskirche mit ihren 63 Registern und 4734 Pfeifen gehört zu den größten Instrumenten ihrer Art in Norddeutschland und kann einen mächtigen, ja gewaltigen Klang entfalten. Doch Roland Maria Stangier , Professor für Orgel und Improvisation an der renommierten Folkwang Hochschule in Essen, ist mehr an tiefen, eindringlichen Wirkungen interessiert denn an gleißendem Blenden. Dies trifft besonders für seine Improvisationen zu, die wie Zonen der Ruhe und Besinnung im vorweihnachtlichen Trubel erscheinen. Quelle: Hildesheimer Zeitung

Ich stehe unter Gottes Schutz

Hans Dieter Hüsch liest Psalmen und Roland Maria Stangier spielt Orgelimprovisationen – Live-Mitschnitt aus der Kreuzeskirche zu Essen – tvd Verlag GmbH (Postf. 321111, 40426 Düsseldorf) NR. 9651.6, ISBN 3-926512-23-7 – 1 CD (DDD, 1996, 73:17) Eine außergewöhnliche CD! Der bekannte Kabarettist einmal nicht in der persiflierenden, ironisierenden oder politisierenden Rolle, sondern als mit seinen Worten kündender Psalmist. Wer Hüsch´s Programme näher kennt, hat bereits seit einiger Zeit mitbekommen, dass es in seinen Soloabenden Sequenzen gibt, die stillere, ja, „religiöse“ Momente sind als Blicke auf das Wesentliche und Eigentliche. „Ich stehe unter Gottes Schutz“ (tcd Verlag Düsseldorf) – so heißt sein Buch, aus dem Hüsch liest; außerdem zitiert er Texte von Uwe Seidel. An sechs Stellen kommentiert R.M. Stangier, Orgelprofessor an der Folkwang Hochschule Essen, mit Orgelimprovisationen. Er zeigt sich in sympathischer Weise situations- und textbezogen. Und er komprimiert mit Tönen, was Hüsch dicht-sprachspielerisch formuliert. Diese CD ist einzigartig, visionär. -sk- Quelle: "Musik im Bistum Essen"

Die Knauf-Orgel

Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus zu Geisa

Roland Maria Stangier spielt Werke von J.S. Bach, A.Vivaldi, W. A. Mozart,
A.P.F. Boëly und F. Mendelssohn Bartholdy

 

 

FB 1 FWH
vergriffen
40 Jahre Beckerath-Orgel Hauptkirche St. Petri. Programm: F.A. Guilmant: Symphonie Nr.1 in d op. 42 für Orgel und Orchester ; R.M.Stangier: Suite improvisée für Orgel. Spieldauer 74 Minuten. Mitra CD 16286. Die CD ist dem 40jährigen Jubiläum der Beckerath-Orgel (1955,IV/60) der Hauptkirche St. Petri in Hamburg gewidmet. Die Symphonie von Guilmant dürfte in der vorliegenden Fassung den „eingefleischten“ Orgelfreunden nicht so nahe stehen wie die reine Orgelausgabe, die Guilmant als „Sonate“ bezeichnete. Hier ist die Orgel eben Teil des Orchesters und tritt in dieser Aufnahme auch deutlich hinter ihm zurück. Orgel pur gibt es im 2. Teil, in dem Stangier in einer Improvisation eine Suite darbietet, bestehend aus 6 Teilen: die ersten 3 basieren auf gregorianischen Themen und sind Maurice Duruflé, den anderen 3 liegen deutsche Kirchenlieder zugrunde, sie sind R. v. Beckerath (gestorben 1976) gewidmet. Stangier verwendet hier virtuos verschiedene traditionelle und auch französische Stilmittel im tonalen Raum. Das Klangbild der Orgel wird so auf ansprechende Art dargestellt, von leisesten Stimmen bis zum Tutti. Aufnahmetechnisch hat man ein gutes Gleichgewicht zwischen Direkt- und Raumklang eingestellt. Das Wechselspiel zwischen dem Rückpositiv (geteilt) und dem Hauptgehäuse ist gut auszumachen, letzteres tritt klanglich allerdings etwas zurück. Die Live-Aufnahme ist so gut wie frei von Nebengeräuschen! Das Beiheft zeigt im Titel ein Farbfoto der Orgel, ist deutsch/englisch verfasst und enthält Angeben zu den Kompositionen, zur Disposition mit Hinweisen zur Herkunft der Register und der Vorgängerorgel von Walcker (1885) bzw. Arbeiten von Sauer (1935); am Ende Kurzbiographien der Künstler. Angaben zur Registrierung und Spieldauer sind nicht vorhanden. Quelle: Ars Organi Seit zwei Jahren lehrt Roland Maria Stangier als Professor künstlerisches Orgelspiel und Improvisation (in Nachfolge von Prof. Gerd Zacher) an der Essener Folkwang Hochschule. Daneben wird er ab dem Sommersemester 1997 in denselben Fächern auch einen kleinen Lehrauftrag an der Bischöflichen Kirchenmusikschule Essen übernehmen. Stangier zählt nicht nur zu den international gefragten Konzertorganisten und Literaturspielern. Sein Metier ist im Besonderen die Kunst der Improvisation, entwachsen aus einer intensiv gepflegten Kantorentätigkeit (die außerdem von der Leitung des Kinderchores bis zum Oratorienchor reichte!), zuletzt an der Hauptkirche St. Petri in Hamburg. Dort wurde zu seinem Abschied und aus Anlass des 40jährigen Jubiläums der dortigen Beckerath-Orgel eine CD produziert (Konzert-Live-Mitschnitt). Stangier ist darauf als Solist in Guilmants erster Symphonie zu hören (Umarbeitung der 1. Orgelsonate) sowie als Improvisator. Zusammen mit dem gut disponierten Berliner Mozartorchester unter der Leitung von Christian Höppner gestaltet Stangier eine fesselnde Interpretation des selten live zu erlebenden symphonischen Orgelkonzertes; besonders auffallend der rhythmische „Biss“ in dem nicht selten virtuosen Tempi (Finale), der musikantische Zugriff und die gezeichnet klare Artikulation. Den Musiker Stangier lernt man allerdings am eindrücklichsten kenn in den aufgezeichneten Live-Improvisationen, die in der symphonischen Länge ebenso wie in kürzeren Episoden von formaler Geschlossenheit (faszinierende Crescendo-Entwicklung über „Mein schönster Zier“), von Einfallsreichtum, spielerischer Freude, Klangsinn („Ubi caritas“), motivischer Raffinesse – und nicht selten von einer Portion musikalischem Schalk und Augenzwinkern zeugen („blue-notes“ bei „Allein Gott in der Höh´ sei Ehr“). Nicht nur ein gelungenes Orgelportrait, sondern auch eine klingende Visitenkarte für den Orgel-Interpreten, die anzuhören „richtig Laune macht“! Quelle: Musik im Bistum Essen I/97